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Allgemeiner Vollzugsdienst / Werkaufsichtsdienst

Aufgaben und Tätigkeiten der Beamtinnen und Beamten im Justizvollzugsdienst

"Betreuer hinter Gittern"

Zwei junge Männer an einem Tisch. Der eine trägt einen grauen Kapuzenpulli und eine Jogginghose, der andere eine Uniform. Der eine stellt Fragen, wenn er etwas im Sozialkundelehrbuch nicht verstanden hat. Der andere versucht es ihm zu erklären. Der eine heißt Jens* und ist 17 Jahre alt. Der andere, nennen wir ihn einmal Herr Metzger*, ist 40 Jahre alt und dessen „Gefängniswärter“. Halt, Einspruch! Da sind sie wieder, diese Vorurteile gegenüber den Beamten im Justizvollzugsdienst . Böse Zungen nennen sie sauer Schließer. „Meine Aufgabe ist nicht nur die Kontrolle“, beschreibt Herr Metzger seinen Beruf. „Die Gefangenen gut zu betreuen ist ebenso wichtig. Einerseits schützen wir die Gesellschaft vor ihnen, andererseits wollen wir sie wieder an das Leben draußen heranführen.“

Kontrollieren und betreuen - wer das stählerne Eingangstor der Jugendstrafanstalt Rockenberg durchschreitet, dem sticht zuerst die Kontrolle ins Auge: vergitterte Fenster, hohe Außenmauern mit Stacheldraht und immer wieder Türschlösser. Bei näherem Hinsehen fallen der Sportplatz und die weißen Häuser auf. In solch einem Haus treffen wir Jens und Herrn Metzger an. Jens lebt mit 7 anderen Jungs in einer sogenannten Wohngruppe. Herr Metzger betreut die Jugendlichen mit weiteren Kollegen aus dem Allgemeinen Vollzugsdienst  und dem Sozialdienst .

Kontrollieren und betreuen heißt für ihn zum Beispiel, die Gefangenen zu bestimmten Zeiten aus ihren Zellen herauszulassen, sie später wieder einzusperren, darauf zu achten, dass die Zeiten für Arbeit, Essen, Freizeit  und Nachtruhe eingehalten werden, die Zellen ebenso wie Briefe und Pakete zu kontrollieren. Das heißt aber auch, das Vertrauen der jungen Leute zu gewinnen.

Büffeln schafft Nähe – betreuen heißt für Herrn Metzger und seine Kollegen: die jungen Gefangenen, die einen Schulabschluss  nachholen oder einen Beruf  in den internen Werkstätten erlernen, unterstützend zu begleiten. „Mit den Jugendlichen für Prüfungen zu büffeln schafft Nähe“, sagt Herr Metzger. Die wiederum erleichtere es ihnen, Vertrauen in eigene Fähigkeiten aufzubauen. Durch den Schulabschluss oder die Berufsausbildung erleben viele das erste Mal, dass sie etwas erreichen können. Das wiederum bestätigt Herrn Metzger in seiner Arbeit mit Jugendlichen. Er sieht sich gerne selbst als „Jugendpfleger unter verschärften Bedingungen“, wie er es ausdrückt.

* Namen frei erfunden

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